Schülerpaten-Programm des Don Bosco Jugendwerks an der Hugo-von-Trimberg-Schule
|
Geduld sollte ein Pate schon mitbringen, bestätigt Regina Jans lächelnd. Wer braucht die nicht beim Umgang mit Menschen in der Pubertät? "Wer immer nur auf die Jugend von heute schimpft, bekommt sicher keinen Draht zu den jungen Leuten", führt die Projektleiterin des Schülerpaten-Programms weiter aus. "Er oder sie sollte schon eine positive Grundeinstellung mitbringen, Potentiale erkennen und sich auf das Gegenüber einlassen können. Dann kommt auch etwas zurück." Das beim Don Bosco Jugendwerk angesiedelte und von der Dr. Ursula Schmid-Kayser Stiftung getragene Projekt "Schülerpate" will Hauptschülern Unterstützung für den erfolgreichen Start ins Berufsleben bieten. Im Herbst möchte Jans allen Achtklässlern der Hugo-von-Trimberg-Schule Paten zur Seite stellen - vorausgesetzt, sie wollen das auch. In Klassengesprächen wird das Projekt vorgestellt, "bewirbt" sich mit einigen Zeilen, gibt erste Auskunft über sich selbst. Ein "Speed-Dating" soll dann Schüler und Paten zusammenbringen. Wenn alles gut geht, hält das Tandem zwei Jahre lang. "Am Anfang geht es um das Ausloten der Interessen und Stärken der Jugendlichen, um die Grundsatzentscheidung, wo es hingehen soll. In der neunten Klasse stehen Praktika und Bewerbungsschreiben an. Und nach dem Abschluss brauchen die Jugendlichen vielleicht noch das ein oder andere Gespräch, weil die ersten Wochen und Monate in der Ausbildung oft eine große Umstellung mit sich bringen. Aber danach ist Schluss", betont Pädagogin Jans. Schließlich sollen Paten keine Ersatzeltern sein. Mindestens alle zwei Wochen stehen zweistündige Treffen mit den Schülern an. "Wenn jemand sich darüber hinaus engagiert, beispielsweise Nachhilfe geben kann, sage ich sicher nicht nein", meint die Projektkoordinatorin, "es ist aber keine Voraussetzung zum Mitmachen." Vor ihrem Einsatz nehmen die Patinnen und Paten an einer Schulung teil. In etwa 15 Stunden erwerben sie notweniges "Handwerkszeug". Ein Leitfaden klärt die wichtigsten beim Coaching auftretenden Fragen. Aber auch danach haben die Projektkoordinatorin, die an der Trimberg-Schule tätige Psychologin sowie der Berufseinstiegsbegleiter ein offenes Ohr für eventuelle Probleme. "Wir lassen niemanden allein", beruhigt Jans. Zusätzlich seien ein Stammtisch und ein Newsletter-Dienst geplant. "Sobald genügend Freiwillige mitmachen, können wir durchstarten." Die bisherigen Erfahrungen mit Projekten zur Gewaltprävention und sozialer Kompetenz an der Hauptschule seien sehr ermutigend gewesen.
|