Abschied im Doppelpack
Hugo-von-Trimberg-Schule verabschiedet Rektor Zentner und Lehrerin Hipelius-Jantsche
Bamberg. "Fast vierzig Jahre ward ihr dem Land Bayern treu, ab morgen, da seid ihr ganz frei.", so klang es vielstimmig in der Aula der Hugo-von-Trimberg-Schule. Das gesamte Kollegium hatte sich zu einem Ad hoc-Chor zusammengefunden, um zwei aus ihren Reihen in den Ruhestand zu verabschieden: den Rektor der Schule, Herr Lorenz Zentner, und Frau Hipelius-Jantsche. Und viele waren gekommen, um den beiden im Rahmen einer großen Feierstunde für den Ruhestand Dankesworte und Glückwünsche mit auf den Weg zu geben: Vertreter von Elternbeirat, Förderverein, Schulamt, Bürgerverein, Stadtrat und natürlich der Schülerschaft. In zahlreichen Beiträgen wurde dabei das fast vierzigjährige Wirken der zukünftigen Ruheständler gewürdigt. Durchaus als Besonderheit darf hierbei erwähnt werden, dass beide Lehrkräfte fast ihre gesamte Dienstzeit an der Hugo-von-Trimberg-Schule verbrachten. "Wir waren gerne an dieser Schule, es war unsere Schule", äußerten sie denn auch in ihren jeweiligen Dankesworten. Angesichts der dortigen nicht immer leichten Klientel und herrschenden Bedingungen sicher bemerkens- und nachdenkenswert. Besonders unterhaltsam gestaltete sich die filmische Rückschau auf das Schaffen von Rektor Zentner. In mühevoller Recherche und Kleinarbeit hatten Konrektor Martin Schricker und Lehrer Markus Deusel dessen einzelne Lebensstationen aufgezeichnet. Und so erfuhren die Anwesenden von der Schulzeit an Kaulbergschule und Clavius-Gymnasium, dem Studium an der damaligen Pädagogischen Hochschule Bamberg sowie von den dienstlichen Stationen Wüstenstein, Domschule und schließlich Hugo-von-Trimberg-Schule. Aber auch, dass ihr scheidender Rektor zweitbester seines Lehramtsprüfungsjahrganges in ganz Bayern, Praktikumslehrer, Zweitprüfer an der Universität sowie zeitweiliger wissenschaftlicher Mitarbeiter ebenda war, dürfte für so manchen der Zuhörer interessant gewesen sein. Auch Frau Hipelius-Jentsch war nicht nur sechsunddreißig Jahre Lehrerin an der Schule, sondern achtzehn Jahre davon gleichzeitig Stadträtin. Besonders großen Anteil hatte sie in dieser Zeit an der künstlerischen Ausgestaltung der Räumlichkeiten und Flure "ihrer" Schule. Nicht zuletzt wirkte sie in ihren letzten Dienstjahren aktiv und konstruktiv an der Stundenplangestaltung für die ganze Schule mit. Für all dies sprach ihr, sozusagen als letzte offizielle Amtshandlung, ihr schulischer Weggefährte, Rektor Lorenz Zentner, seinen und den Dank des gesamten Kollegiums aus. Frau Schulamtsdirektorin Gisela Bauernschmitt schließlich hob in ihren Abschiedsworten das Gemeinsame im pädagogischen Wirken der baldigen Neu-Pensionisten hervor. Stets sei die Liebe zum Kind, das Vertrauen in die Entwicklungspotentiale und die Achtung vor der Würde jedes einzelnen Schülers ihre Handlungsmaxime gewesen. Daneben hätten sie aber auch das Prinzip "Fördern durch Fordern" glaubwürdig und mit Nachdruck vertreten. "Ohne Bedenken habe ich ihnen meine Tochter anvertrauen können", so Stadtrat Norbert Tscherner in seinem kurzen Grußwort, auch im Namen des Fördervereins der Schule sowie als Vorsitzender des Bürgervereins Bamberg-Süd-Gereuth. Als schließlich die Schüler der vierten Klasse das bekannte Kinderlied "Wer hat an der Uhr gedreht" anstimmten, wurde allen Anwesenden klar, dass nun der endgültige Abschluss zweier langjähriger Lehrerbiografien anstand. Doch auch tröstliche Worte hatten die Schülerinnen und Schüler parat: "Heute ist nicht alle Tage, ihr kommt wieder, keine Frage!" Dazu lud denn auch das Kollegium in dem eingangs zitierten Liede ein, denn ein Platz sei jederzeit für beide frei.
Bernhard Schmidtner Pressesprecher
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